Es ist ein uraltes Hausmittel, das Einatmen von mit Salz angereichertem Wasserdampf. Seine Ursprünge führen weit in die Vergangenheit und zu unterschiedlichen Kulturen. Dabei blieb die Inhalation bis in das 18. Jahrhundert ein reines Hausmittel, bis sich der englische Arzt Thomas Beddoes intensiver damit beschäftigte. In der heutigen Medizin wird die Inhalation von Gasen vor allem dazu genutzt, Medikamente in das Atemwegssystem einzubringen. Das aber darf nicht mit der Inhalation von Kochsalzlösung im Hausgebrauch verglichen werden.

Trotz der langen Geschichte, die das Inhalieren von Wasserdampf mit Kochsalz vorweisen kann, gibt es bis heute Kritiker an der Methode. Ist also das Inhalieren mit Kochsalzlösung schädlich? Bei richtiger Anwendung ist das Inhalieren von Kochsalzlösung nicht schädlich. Für sonst gesunde Personen, die lediglich an einem Schnupfen leiden und gerne etwas gegen die Verstopfung der Nase und des Rachens tun wollen, bestehen keine Gefahren.

Wer sollte es nicht machen?

Die AOK rät Personen mit Augenerkrankungen, niedrigem Blutdruck, Hauterkrankungen und Kreislaufstörungen grundsätzlich von der Inhalation von Wasserdampf ab, ob nun mit oder ohne Zusätzen. Kinder sollten nur unter Aufsicht von Erwachsenen inhalieren, wobei keine ätherischen Öle verwendet werden dürfen.

Personen mit bestehenden Atemwegserkrankungen, die ärztlich behandelt werden, wenden in der Regel vom Arzt oder der Ärztin verschriebene Inhalatoren an und sind in der Nutzung von diesen entsprechend unterwiesen. Für den Hausgebrauch kann aber jede Person selbst eine Kochsalzlösung herstellen und diese anwenden, um dem lästigsten Problem der Erkältung, der laufenden und verstopften Nase, etwas Linderung zu verschaffen.

Kochsalzlösung – eine Anleitung mit Infos, was es zu beachten gilt

Die Zutatenliste einer Kochsalzlösung ist denkbar einfach: Wasser aus dem Wasserhahn und Kochsalz aus dem Küchenschrank.

Es wird immer wieder in Internetforen angeführt, dass es unbedingt reines Kochsalz (Steinsalz) ohne Zusätze wie Fluor, Jod oder Rieselhilfen sein muss. Tatsächlich ist es völlig unwichtig, ob das Kochsalz irgendwelche Zusätze besitzt oder nicht. Der Anteil der Zusätze im Kochsalz ist so gering, dass sie später im Wasserdampf keinerlei Wirkung besitzen. Lediglich sogenanntes Gewürzsalz oder auch Pökelsalz sollte nicht verwendet werden.

  1. Benötigt wird ein herkömmlicher Topf mit vielleicht 2 Liter Fassungsvermögen. Einen größeren Topf braucht es nicht, denn die spätere Kochsalzlösung kühlt beim Inhalieren aus und ist nur zeitlich befristet anwendbar. Es wäre also nur Verschwendung von Wasser und Salz, einen größeren Topf zu nutzen.
  2. Zuerst muss das Wasser zum Kochen gebracht werden. Zuvor kann ihm mittels einer Wasserfilter-Kanne die Härte entzogen werden. Das Wasser in einem Topf auf der Herdplatte rund zwei Minuten kochen lassen.
  3. In dieser Zeit wird dem Wasser das Kochsalz zugegeben. Es gibt Empfehlungen, dass pro Liter Wasser etwa 9 bis 10 Gramm Kochsalz zugegeben werden. Doch so genau muss es keineswegs sein. Das Salz kann durchaus nach Gefühl mit dem Esslöffel beigegeben werden. Auf 2 Liter Wasser etwa 3 Esslöffel Salz. Wichtig ist es vielmehr, dass sich das Salz vollständig im Wasser auflöst.
  4. Im nächsten Schritt wird der Topf mit der nun bestehenden Kochsalzlösung von der Herdplatte genommen und darf zugedeckt etwas abkühlen. Es ist nicht ratsam, sehr heißen Wasserdampf zu inhalieren. Einfach ein paar Minuten warten und vorsichtig testen, ob dann das Inhalieren möglich ist, ohne dass aufgrund der Hitze ein Hustenanfall ausgelöst wird.

Auch hier gibt es gewisse Thesen bezüglich der Inhalation von Kochsalzlösung, etwa die, dass nur möglichst heißer Wasserdampf hilft, weil er tiefer in die Atemwege eindringt. Das Inhalieren von Kochsalzlösung hat jedoch nur den Zweck, die Schleimhäute der oberen Atemwege zu beruhigen und das Abhusten zu erleichtern. Zu heißer Wasserdampf hingegen kann die Bronchien schädigen.

  1. Wenn die Kochsalzlösung auf eine erträgliche Temperatur abgekühlt ist, kann der Topf einfach von der Arbeitsplatte der Küche auf den niedrigeren Esstisch gestellt werden. So lässt sich bequem sitzend die Kochsalzlösung inhalieren.
  2. Was aber noch fehlt, das ist ein Handtuch, um sich dieses über den Kopf zu stülpen, während das Gesicht tief über den Topf gebeugt ist. Jedoch nicht zu tief, eine Handbreit Platz zwischen der Wasseroberfläche und dem Mund sowie der Nase sollten bestehen bleiben. Mitunter wird postuliert, dass die Nutzung eines Handtuches schädlich wäre, weil die darunter ausgeatmete Luft wieder eingeatmet wird. Das ist jedoch völlig belanglos, weil auch unter dem Handtuch ausreichend Frischluft zuströmt und der ganze Vorgang nur wenige Minuten dauert.
  3. Am besten ist es, die Inhalation der Kochsalzlösung in Intervallen von etwa 2 bis 3 Minuten vorzunehmen. Nach jedem Intervall erfolgt eine kleine Pause bei abgedecktem Handtuch. Diese Intervalle können so lange durchgeführt werden, bis die Kochsalzlösung so stark abgekühlt ist, dass kein Wasserdampf mehr entsteht.
  4. Nach dem Inhalieren darf sich etwas ausgeruht werden. Es ist nicht zu empfehlen, direkt an die frische Luft zu gehen. Die Atemwege und Bronchien sind durch den Wasserdampf erweitert und damit verstärkt anfällig für Viren, Keime und Bakterien und genau die sollen mit der Inhalation von Kochsalzlösung ja bekämpft werden.

Fazit

Das Inhalieren von mit Salz angereichertem Wasserdampf ist ein bewährtes Hausmittel zur Linderung von Atemwegsbeschwerden. Bei richtiger Anwendung ist es für gesunde Personen unbedenklich und kann vor allem bei Erkältungen effektiv helfen. Dennoch sollten Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, wie Augen- oder Hauterkrankungen und Kreislaufstörungen, auf diese Methode verzichten. Kinder sollten nur unter Aufsicht inhalieren. Die Zubereitung der Kochsalzlösung ist unkompliziert, aber es ist wichtig, den Wasserdampf nicht zu heiß zu inhalieren, um die Bronchien nicht zu schädigen. Insgesamt bietet die Inhalation von Kochsalzlösung eine einfache und sichere Möglichkeit zur Linderung von Erkältungssymptomen, wenn sie mit der nötigen Vorsicht angewendet wird.

Quellen:
https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/organe/richtig-inhalieren-mit-hausmitteln-und-medikamenten/
https://kinderarztpraxis-am-rosenhof.de/wp-content/uploads/2020/08/Kochsalzloesung-selber-herstellen.pdf
https://de.wikipedia.org/wiki/Speisesalz#Zusatzstoffe
https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Beddoes