Vielleicht können sich etwas ältere Personen noch daran erinnern, wie die Mutter oder die Großmutter in den Küchenherd Holzscheite geschoben hat, um dem Feuer darin Nahrung zu geben. Wenn die Herdplatte aus schwerem Eisen heiß genug war, konnte gekocht und gebraten werden. Schon in den 1970er-Jahren lösten Gas- und Elektroherde die mit Holz oder Kohle befeuerten Küchenherde weitgehend ab, die immerhin rund 400 Jahre ihren Dienst taten. Gasherde sind dabei etwas länger als Elektroherde verbreitet. Moderne Küchenherde oder Kochfelder des 21. Jahrhunderts werden auch elektrisch betrieben, jedoch in einer anderen Form der Energieabgabe. Gas hingegen verliert zunehmend an Bedeutung.

Wer heute einen Küchenherd oder ein Kochfeld für die Einbauküche benötigt, entscheidet sich oft entweder für ein Ceran-Kochfeld – oder einen Induktionskochfeld.

Es gibt oft Verwechselungen bei den Ceran-Kochfeldern mit Infrarot-Kochfeldern. Das ist nicht dasselbe. Ceran ist nur ein Markenname für die Glasoberfläche der Kochfelder von Herden oder Kochfeldern mit Heizspiralen, also herkömmlichen Elektroherden.

Was ist ein Infrarot-Kochfeld?

Infrarot wird der unsichtbare Bereich des elektromagnetischen Lichtwellenspektrums genannt. Es ist zugleich der Bereich mit den höchsten Temperaturen. Technisch gesehen waren früher die Glühbirnen in den Lampen eigentlich Infrarotstrahler. Sichtbares Licht gaben sie nur zu 5 % ihrer Leistung ab. Gut 95 % war infrarote, unsichtbare Wärme-Energie.

Grundsätzlich funktioniert ein Infrarotherd wie eine Glühlampe. Anstatt der Glühlampe wird jedoch eine beziehungsweise mehrere Halogenstrahler als Wärmequellen verwendet. Deren Wärme-Energie ist nach oben gerichtet und durchdringt dabei eine Glaskeramik oder ein Ceranfeld, das als Abdeckung dient. Ein auf dem Infrarot-Herd stehender Topf und dessen Inhalt werden entsprechend aufgeheizt.

Induktionsherde und Induktionskochfelder

In der Elektrotechnik bedeutet Induktion die Erzeugung elektrischer Ströme durch bewegte Magnetfelder in elektrischen Leitern. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass nur dort, wo elektrische Leiter Magnetfelder erzeugen können, auch nur elektrische Ströme entstehen und damit Heiz- oder Wärmeenergie, was eine Besonderheit des Induktionsherdes erklärt. In einem Induktionsherd wird über einen Umrichter eine Feldspule mit Strom versorgt. Diese Feldspule erzeugt ein elektromagnetisches Wechselfeld. Dieses Wechselfeld regt wiederum die Moleküle von magnetisierbaren Stoffen, etwa Stahl oder Eisen, zu hohen Schwingungen an, wodurch diese Wärmeenergie abgeben. In der Praxis bedeutet dies, dass das Kochfeld eines Induktionsherdes sich nicht selbst erwärmt, wohl aber den darauf stehende Kochtopf, wenn dieser aus Stahl oder Eisen besteht.

Was ist nun besser, der Infrarotherd oder der Induktionsherd?

Beginnen wir mit dem Induktionsherd und listen dessen Vor- und Nachteile einmal auf:

Vorteile:

Der Topfinhalt heizt sich sehr schnell auf.
Sehr niedriger Energieverbrauch
Das Kochfeld selbst bleibt relativ kalt

Nachteile:

Für den optimalen Einsatz können nur Töpfe und Pfannen mit Böden aus Gusseisen oder Stahl verwendet werden.

Nun zum Infrarotherd sowie dessen Vor- und Nachteile

Vorteile

Restwärmenutzung
Jedes Kochgeschirr ist geeignet

Nachteile

Höherer Energieverbrauch
Die Kochfelder benötigen lange zum Abkühlen, wodurch Verletzungsgefahr besteht
Flüssigkeiten können in der Oberfläche des Kochfeldes einbrennen

Wo werden Infrarot-Kochfelder eingesetzt

Echte Infrarot-Kochfelder mit Halogentechnik finden sich überwiegend im professionellen Bereich. Für private Einbauküchen sind Infrarot-Kochfelder nicht geeignet, weil die eingebauten Halogenstrahler zu hoch sind. In Profiküchen jedoch sind Infrarot-Kochfelder gerne gesehen, weil sie die Hitze schnell erzeugen und die Restwärme ohne eigentlichen Energieverbrauch zum garen weiter genutzt werden kann. Damit sind sie sogar dem im Profibereich bisher genutzten Gas klar überlegen und nicht nur das. Ein Infrarot-Kochfeld lässt sich viel einfacher reinigen, was beim hohen Verschmutzungsgrad in Profiküchen eine wesentliche Rolle spielt.

Die allgemein Ceran-Kochfelder genannten Kochplatten sind normale Elektro-Kochfelder mit einer Ceran-Glas-Oberfläche. Werden diese in den Vergleich zu Induktions-Kochplatten gesetzt, schneiden sie im Stromverbrauch und in der Geschwindigkeit beim Aufheizen wesentlich schlechter ab, sind aber günstiger in der Anschaffung.

Leider wird die Werbung oft irreführend gestaltet, indem Infrarottechnik mit einem Ceran-Kochfeld in einen Topf geworfen wird. Dabei geht die Überlegung dahin, dass ein Ceran-Kochfeld, wenn es eingeschaltet wird, ähnlich wie ein Infrarotstrahler rotglühend leuchtet. Doch das kommt einfach daher, dass die Heizspindel rot glühend wird, was bei einem Kochfeld mit einer Stahlabdeckung auch passiert, doch niemand sieht es. Tatsächlich erzeugt ein Infrarotstrahler jedoch eine viel stärkere Hitze als eine Heizspindel und dies wesentlich schneller.

Sind Induktions-Kochfelder für Profis geeignet?

Eher nein, auch wenn deren geringer Stromverbrauch kräftig Kosten sparen würde. Das Problem ist einerseits, dass eben keine Restwärme vorhanden ist, wenn ein Induktionsherd ausgeschaltet wird. Andrerseits wird bis auf wenige Ausnahmen in Profiküchen hauptsächlich Edelstahl verwendet. Der Edelstahl für Töpfe und Pfannen ist jedoch nur sehr schwach magnetisch, weshalb kaum Induktionswärme entstehen würde. Einfach auf magnetische Felder stärker reagierende Töpfe aus Eisen oder Gusseisen umstellen geht auch nicht, weil da die Lebensmittelkontrolleure der örtlichen Ämter etwas dagegen haben. Zudem ist ein komplettes Töpfe- und Pfannenset einer Profiküche mehrere tausend Euro wert. Die umzutauschen wäre ein teurer Spaß. Kurz gesagt, Induktion hat in der Profiküche keine Zukunft. Infrarot hingegen schon.

Was ist mit dem privaten Bereich?

In den letzten Jahren haben sich die in den 1980er-Jahren aufkommenden Induktions-Kochfeldern immer mehr preislich den Ceran-Kochfeldern (Achtung: nicht Infrarot) angenähert. So riesig sind die Unterschiede in der Anschaffung nicht mehr. Dafür aber im Stromverbrauch. Ein Induktions-Kochfeld verbraucht im Durchschnitt nicht einmal die Hälfte eines Ceran-Kochfeldes.

Das Induktionskochfeld ist sicherer als das Ceran-Kochfeld, weil zum Beispiel bei der Induktion ein Kind auf die Herdplatte langen kann, ohne sich zu verbrennen. Auf einem Induktionskochfeld kann zudem nichts einbrennen, auf einem Ceran-Kochfeld durchaus. In Sachen Reinigung sind wohl beide gleichauf, wenn beim Ceranfeld nichts einbrennt.

Ist billiger vielleicht trotzdem besser?

In Zeiten, in denen viele Menschen sparen müssen, können auch geringe Preisunterschiede dafür sorgen, dass die eigentlich schlechtere Wahl bevorzugt wird, in diesem Fall wohl das Ceran-Kochfeld. Laut einer Umfrage werden Küchenherde oder auch Kochfelder in Deutschland rund 11 Jahre genutzt, bevor sie ausgetauscht werden. In Anbetracht steigender Strompreise wird sich der höhere Preis eines Induktionskochfeldes innerhalb dieses Zeitrahmens nicht nur amortisieren, sondern als die günstigere Variante beweisen. Das freut letztlich nicht nur den oder die Eigentümerin, sondern auch die Umwelt.

Deshalb macht in diesem Vergleich das Induktionskochfeld das Rennen und geht daraus als Sieger hervor.

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